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Donnerstag, 4. Juni 2015

Scharfe Kritik an "Pro Gymnasium" von Vertretern des Forschungsprojektes "Gemeinsame Schule in Vorarlberg"

Wolfgang Türtscher vom Aktionskomitee "Pro Gymnasium", zu dem auch die ehemalige Unterrichtsministerin Gehrer gehört, hat dem Forschungsprojekt "Schule der 10- bis 14-Jährigen in Vorarlberg" die Wissenschaftlichkeit abgesprochen. Das lassen sich Vertreter des Forschungsprojektes natürlich nicht gefallen und haben in einem offenen Brief an Mag. Türtscher scharf reagiert:
Sehr geehrter Herr Mag. Türtscher!
Für das Aktionskomitee „Pro Gymnasium“ haben Sie bei einer Pressekonferenz Unterstellungen und unbelegte Aussagen zum Forschungsprojekt „Schule der 10‐ bis 14‐Jährigen in Vorarlberg“ gemacht, von denen wir uns distanzieren, da sie nachweislich unrichtig, nicht evidenzbasiert und nicht belegbar sind.
Die Überlegungen der Arbeitsgruppen haben sich an Leistung und Chancengerechtigkeit als gleichwertige Qualitätskriterien für evidenzbasiert erfolgreiche Schulsysteme orientiert. Der Auftrag an das Projekt beinhaltete die Darstellung sozioökonomischer Entwicklungen und Bildungserwartungen, eine Analyse bestehender Modelle der Sekundarstufe I sowie die Klärung von Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung der Schulen der Sekundarstufe I zu einer gemeinsamen Schule der 10‐ bis 14‐Jährigen – mit Fokus auf Vorarlberg. Diesen Auftrag haben wir unter Berücksichtigung wissenschaftlicher Kriterien am aktuellen Stand der Forschung erfüllt.
In das Projekt „Schule der 10‐ bis 14‐Jährigen in Vorarlberg“ wurden Personen mit ausgewiesenen Qualifikationen eingebunden. Die Leitung der Arbeitsgruppen wurde Fachexpert/innen aus den Erziehungswissenschaften, der Bildungssoziologie, der Psychologie und Schulorganisation sowie der Rechtswissenschaft übertragen. Die insgesamt 30 Mitglieder der Arbeitsgruppen haben ihre unterschiedlichen Sichtweisen, Erfahrungen und Kompetenzen als Leitungs‐ und Lehrpersonen der Mittelschulen, der Gymnasien und Volksschulen, als Expert/innen der Inklusion, Begabungsförderung, Integration, der Lehrerbildung und als Eltern eingebracht.
Die Bildungshaltungen und ‐erwartungen wurden mit international bewährten Methoden der Bildungssoziologie erhoben und ausgewertet. In die Diskussion haben sich in Vorarlberg 19.700 Schüler/innen, Lehrpersonen und Eltern bzw. Erziehungsberechtigte eingebracht. Die Beteiligung von über 80% der Eltern der 4., 6. und 8. Schulstufe zeigt nicht nur die hohe Relevanz des Themas, sondern auch die Robustheit, Tragfähigkeit und Verlässlichkeit der Datenbasis. Die Empfehlungen wurden entsprechend dieser breiten Datenbasis und den Ergebnissen der Arbeitsgruppen Pädagogik, Organisation und Mitarbeitende sowie Recht ausgearbeitet. Damit liegt für die Entwicklung von Schule in Vorarlberg eine einmalige, breite und fundierte Datenbasis vor, die Sicherheit in den Aussagen und Handlungsempfehlungen schafft.
Das Ansinnen, dem Projekt in seiner Anlage und in seinen Ergebnissen mangelnde Wissenschaftlichkeit zu unterstellen, zeugt von Unkenntnis. Wir distanzieren uns von derartig unsachlichen Veröffentlichungen und damit verbundener Verunsicherung der Bevölkerung. Wir fordern Sie daher auf, Unterstellungen und falsche Behauptungen in Bezug auf im Projekt tätige Personen, auf die Methode und Ergebnisse des Projekts „Schule der 10‐ bis 14‐Jährigen“ zu unterlassen. (hervorgehoben von Unterkofler)
VR Dr. Gabriele Böheim Pädagogische Hochschule Vorarlberg Projektkoordination
Dekan Univ.Prof. Dr. Michael Schratz Universität Innsbruck
Leiter der AG Pädagogik
Prof. Dr. Johann Engleitner Pädagogische Hochschule Vorarlberg Leiter der AG Bildungserwartungen

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