Menüs

Donnerstag, 16. April 2015

Zwei bis vier Stunden Mehrarbeit: Kampfmaßnahmen müssen angedacht werden

Presseaussendung:
„Es ist ungeheuerlich“, ärgert sich Gerhard Unterkofler, „die Regierung versucht wieder einmal, auf dem Rücken der Lehrer Budgetprobleme zu lösen.“
Obwohl es noch keine klaren Aussagen der Bildungsministerin Heinisch-Hosek gibt, muss die Gewerkschaft die fatalen Folgen einer solchen Maßnahme aufzeigen.
Es kann nicht sein, dass nun die Pädagogen als einzige Berufsgruppe einen Teil der Steuerreform finanzieren. 
Heinisch-Hosek müsste sich endlich in der Öffentlichkeit vor die Lehrer stellen und ein klares Bekenntnis gegen weitere Sparmaßnahmen im Bildungsbereich aussprechen, fordert der Vorsitzende der Pflichtschullehrergewerkschaft Gerhard Unterkofler.

Unterrichtsministerium braucht mehr Geld
Heftige Kritik übt der Vorarlberger Lehrergewerkschafter auch an Finanzminister Hans Jörg Schelling. „Dieser hat vor einiger Zeit locker dem Innenministerium zusätzliche 300 Millionen Euro für mehr Sicherheit gegeben. Dem seit Jahren unterdotierten Unterrichtsministerium stellt Schelling allerdings das notwendige Geld nicht zur Verfügung.“

Arbeit der Lehrer hat zugenommen
Die Lehrerkollegen hatten in den letzten Jahren in der neuen Mittelschule viel Mehrarbeit durch zusätzliche Teamsitzungen, Fortbildungen und neue Unterrichtsformen. Der Lehrerberuf bedeutet eine hohe Belastung, da die Lehrer Psychologen, Wissensvermittler und Sozialarbeiter in einer Person sein müssen. Das ist auch der Grund, dass immer mehr Kollegen um Teilzeit ansuchen.
Eine gute Bildung braucht Lehrer, die motiviert und engagiert sind. 

Häupl muss sich entschuldigen
Mit solchen Sparmaßnahmen und den flapsigen Aussagen des Wiener Bürgermeisters wird einmal mehr in Österreich mit der Populismuskeule gegen Pädagogen vorgegangen. Das führt aber zu Frustration und Demotivation bei den Lehrerkollegen.

Folgen von zwei zusätzlichen Stunden
Außerdem bedeuten zwei zusätzliche Stunden österreichweit, dass 10 Prozent der Pädagogen nicht mehr weiterverwendet werden können. Diese arbeitslosen Lehrpersonen würden dann aber das Budget des Sozialressorts belastet. Bei zwei Stunden bleibt es ja nicht, gibt Unterkofler zu bedenken, sondern mit Vor- und Nachbereitung bedeutet dies eine Mehrarbeit von vier Stunden.
In Vorarlberg würde dies aufgrund des Lehrermangels auch weniger Überstunden bedeuten, und damit einen finanziellen Aderlass für die bereits mehr belasteten Kollegen.

Kampfmaßnahmen nicht mehr ausgeschlossen
„Ich habe als Gewerkschafter in der Vergangenheit immer besonnen reagiert, doch nun ist die Linie des Erträglichen überschritten“, sagt Unterkofler. Sollte die Ministerin diese geplante Aktion von Bundeskanzler Faymann und Vize Spindelegger mittragen, sei Heinisch-Hosek rücktrittsreif.

Unterkofler weiter: „Jetzt die Lehrer für den Verzicht auf Vermögenssteuern bluten zu lassen, kann die Gewerkschaft nicht unterstützen. Wenn die Regierung diese unbezahlte Mehrarbeit durchdrücken will, dann muss es Kampfmaßnahmen (auch Streik) geben.“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen