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Dienstag, 25. März 2014

Schweden: Negative Folgen der freien Schulwahl

Auch in Österreich wird von verschiedenen Seiten mit der Sprengelauflösung und damit der freien Schulwahl geliebäugelt. Gerade kürzlich hat die Zeitschrift "derStandard" über die schlechten PISA-Leistungen in Schweden berichtet. Laut der Mehrheit der Experten liege der Grund in der freien Schulwahl, die unter einer konservativen Regierung eingeführt wurde.

Schwedische Schule in der Krise
Die schockierenden Ergebnisse schwedischer Schüler bei der jüngsten Pisa-Studie sind laut dem Gros der Bildungsexperten nur die Nachwirkung einer großen Schulreform aus den Neunzigern.
Damals wurde nämlich die freie Schulwahl eingeführt, das heißt, jede Familie kann selbst entscheiden, auf welche Schule ihr Kind gehen soll. Die Schulen erhalten pro Schüler einen gewissen Geldbetrag, was einen Wettbewerb unter Schulen entfachen sollte.
Dies führte jedoch vor allem zu sozialen Ungleichheiten: Es bildeten sich regelrechte „Schulghettos“ aus sozial benachteiligten Kindern und einem überproportional hohen Anteil an Nichtmuttersprachlern. Gleichzeitig gründeten sich vermehrt teure Privatschulen. Im Sommer musste eine der größten Privatschulketten im Besitz eines dänischen Investors gar Insolvenz anmelden.
Dabei legt Schweden traditionell großen Wert auf Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Die Gemeinschaftsschule bis zur neunten Klasse gibt es in Schweden bereits seit 1962. (red)

Copyright 24.03.2014 DerStandard

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