Menüs

Dienstag, 25. März 2014

Auflösung der Schulsprengel - freie Schulwahl

Mehr Liberalismus soll nun auch in den Schulen Einzug halten. So hat bereits das Burgenland die freie Schulwahl eingeführt und auch in Vorarlberg spielt so mancher mit dem Gedanken, diese auch von einigen Eltern vehement gestellte Forderung zu verwirklichen. Sprechen wir es doch deutlich aus:  Eine Wahlfreiheit nützen vor allem besser gebildete Eltern, die ihre Sprößlinge nicht in Schulen schicken wollen, wo es viele Kinder aus der sozialen Unterschicht und aus Migrantenfamilien gibt. Und diese Elternlobby ist recht aktiv.

Wehret den Anfängen
Alle jenen, die die Sprengelauflösung bejubeln, möchte ich ans Herz legen, sich doch endlich mit den negativen Folgen auseinanderzusetzen.
Es gibt Studien aus Schweden und den Niederlanden, die gezeigt haben, dass die freie Schulwahl vermehrt zu einer sozialen Abgrenzung führt. Und da tut es mir besonders weh, wenn sich auch Sozialdemokraten für dieses System erwärmen. Einerseits macht man sich doch stark für die Gemeinsame Schule, um endlich die große Segregation Gymnasium - Mittelschule abzuschaffen, andererseits liebäugelt man mit der freien Schulwahl, die gerade die soziale Abgrenzung fördert. 

Kein Neoliberalismus in der Schule
Ich kann nur davor warnen, den schädlichen Wirtschaftsliberalismus nun auch auf das Bildungssystem zu übertragen. Verlierer einer solchen Wahlfreiheit sind jene Schulen, die in einem Sprengel sind, wo ein hoher Anteil an Migranten und sozial schwachen Familien wohnt. Gerade in Vorarlberg wird sich dies für einige Schulen im städtischen Bereich verheerend auswirken.
Solche Problemschulen dann durch mehr Geld zu fördern, löst das damit entstandene Grundproblem nicht. Denn das Ziel einer zukunftsorientierten Bildungspolitik sollte das Bestreben sein, die sozioökonomische Zusammensetzung der Kinder an den verschiedenen Schulen auszugleichen.

Es wundert nicht, dass die Idee der freien Schulwahl vom neoliberalen Wirtschaftstheoretiker Milton Friedmann stammt. In Chile hat die Auflösung der Schulsprengel, verbunden mit Bildungsgutscheinen, zur starken Trennung zwischen armen und reichen Kindern geführt. Aber dafür ist der Profit für die zahlreich entstandenen Privatschulen stark gestiegen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen