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Dienstag, 11. Dezember 2012

Qualitätsverbesserung für die Primarstufe gefordert


(Gerhard Unterkofler) Nachdem in der heute vorgestellten PIRLS- und TIMSS-Studie Österreichs Volksschüler abermals nicht gerade berauschend abgeschnitten haben, fordere ich als Vorsitzender der Vorarlberger Pflichtschullehrergewerkschaft von den Bildungspolitikern sofortige konkrete Maßnahmen, um das Bildungsfundament in der österreichischen Schullandschaft zu verbessern.
Es ist notwendig, endlich den gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahren Rechnung zu tragen. In den Volksschulen gibt es  bei den Schülern in ein und derselben Klasse gewaltige Leistungsunterschiede. Da gibt es Kinder, die die deutsche Sprache kaum beherrschen, Kinder, die zu Hause nicht gefördert werden, Kinder, denen die wichtigsten Verhaltensregeln vom Elternhaus nicht beigebracht wurden.
Die Volksschulen brauchen zusätzliche Unterstützungsmittel (personell, finanziell und räumlich), um eine gute und fundierte Basisarbeit im Bildungssystem leisten zu können.
Als bereits existierende Gesamtschule muss die Volksschule endlich all jene Ressourcen  erhalten, die für eine gut funktionierende Schule benötigt werden.

Damit in der Volksschule fundierte Basisarbeit geleistet werden kann und damit eine „Qualitätssteigerung“ möglich ist, braucht es zum Beispiel folgende Veränderungen
  • ZweitlehrerInnen für Teamteaching und kleinere Klassen
  • mehr BeratungslehrerInnen, Sozialarbeiter und Schulpsychologen
  • administratives Personal zur Entlastung der Direktoren
  • zur besseren Vorbereitung auf die Volksschule zwei Pflichtjahre Kindergarten
  • Gemeinsame Schule der 9- bis 14jährigen
  • zusätzliche Stundenressourcen für verhaltensauffällige Kinder
  • keine Klassen mit mehr als 20 Schüler
  • besondere Förderung der Ganztagesbetreuung in verschränkter Form
  • beste räumliche und lehrmittelmäßige Ausstattung aller Volksschulen für moderne Unterrichtsformen und kindgerechte Schülerbetreuung
  • keine finanzielle Benachteiligung der zukünftigen Volksschullehrer im neuen Dienstrecht (im Vergleich zu den Mittelschullehrer)
  • Stundenkontingente, die autonom verwaltet werden können

Macht Nägel mit Köpfen
Ohne zusätzliches Geld, ist eine Verbesserung der Volksschulsituation nicht möglich. Da sind nicht nur die Unterrichtsministerin Claudia Schmied und die neue Schullandesrätin Bernadette Mennel sondern vor allem die Finanzministerin Maria Fekter gefordert. Die Zeit für schöne Worte, Kosmetik und leere Versprechungen müssen endlich vorbei sein.

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