Menüs

Freitag, 14. Dezember 2012

Gemeinsame Schule als Schulversuch in Lustenau

Die neue Schullandesrätin Bernadette Mennel zeigt sich offen für einen Schulversuch "Gemeinsame Schule" in der Vorarlberger Gemeinde Lustenau. Auch die grünen und roten Personalvertreter und Gewerkschafter sprechen sich für dieses Modell aus. Nur die AHS-Lehrergewerkschaft betoniert weiterhin und sagt trotzig Nein zur Gemeinsamen Schule.
ÖVP-Gewerkschafter und AHS-Personalvertreter Robert Lorenz lehnt nämlich einen solchen Schulversuch laut ORF Vorarlberg ab.

Standesdünkel pur
Als Pflichtschullehrergewerkschafter bin ich über diese Haltung meines Gewerkschaftskollegen empört. Lorenz gehört leider jenem Teil der ÖVP und Gewerkschaft an, die in Sachen Gemeinsamer Schule weiterhin betonieren. Das ist ein schlechter Dienst an der Zukunft unserer Jugendlichen.
Es ist unhaltbar, dass einige wenige ÖVP Personalvertreter in der AHS trotz vieler positiver Beispiele - wie Südtirol - weiterhin an der Trennung von Mittelschule und AHS-Unterstufe festhalten. Das ist Standesdünkel pur. Als Vorsitzender der Pflichtschullehrergewerkschaft in Vorarlberg fordere ich hingegen, dass die AHS-Unterstufe so schnell wie möglich abgeschafft wird.

Es ist höchste Zeit, dass in Vorarlberg die Gemeinsame Schule auf Schiene kommt. Die Pflichtschullehrergewerkschaft in Vorarlberg ist schon seit Jahren dafür.
Die Mittelschulpädagogen sind übrigens bestens ausgebildet und wären für eine Gemeinsame Schule mit verschränkter Ganztagesbetreuung sofort einsetzbar.

Kleinster gemeinsamer Nenner
Obwohl ich eine Modellregion für ganz Vorarlberg bevorzuge, kann ich mich mit diesem kleinen Schulversuch in Lustenau durchaus anfreunden. Man gibt sich in diesem Land mit ÖVP-Allmacht ja schon mit kleinen Schritten in die richtige Richtung zufrieden. Es muss jedoch klar sein, dass bei einem solchen Projekt die Kinder in die Gymnasien der Nachbarstadt Dornbirn ausweichen werden. Aber auch der Schulgemeinschaftsausschuss des BG Lustenau scheint keine große Lust zu haben, an diesem Projekt teilzunehmen. Bei einer solchen Ausgangslage würde ich der neuen Schullandesrätin raten, ihre Energie für eine Gemeinsame Schule in ganz Vorarlberg einzusetzen, statt sich mit wenig ertragreichen Miniprojekten abzugeben.
Hoffen wir, dass der Wechsel von Stemer zu Mennel der Vorarlberger Bildungslandschaft gut tut.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen