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Mittwoch, 19. September 2012

Nachlese zur ORF Sendung "Buhmann Lehrer"

Mit deftiger Überschrift "Buhmann Lehrer - Wenig Arbeit für viel Geld?" ließ der ORF unter Leitung von Ingrid Thurnher in der Sendung "Im Zentrum" über die LehrerInnen diskutieren. Dass dabei der oberste Gewerkschaftsvertreter Paul Kimberger (FCG) seine Teilnahme abgesagt hat, war für mich als Lehrergewerkschafter mehr als enttäuschend.
Leider hat der schwarze Lehrervertreter die Chance nicht wahrgenommen, zu diesem Thema die Sicht der Gewerkschaft in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Paul Kimberger hätte die Möglichkeit gehabt, Anschuldigungen klarzustellen und die Vorschläge der Gewerkschaft zur Verbesserung der österreichischen Schule vorzustellen. So etwas darf in Zukunft keinesfalls mehr vorkommen. Ich habe diese Kritik auch Paul Kimberger persönlich per Mail und Telefon mitgeteilt.
Es ist außerdem bedauerlich, dass der ORF nicht einfach einen anderen Gewerkschaftsvertreter eingeladen hat. Kimbergers Stellvertreter MMag. Dr. Thomas Bulant (FSG) wäre sicher einer Einladung gerne gefolgt und hätte die LehrerInnen in dieser Diskussion gut vertreten. So aber blieb der Stuhl leer.

Dummer Vergleich
Wenigstens die Ministerin Claudia Schmied überraschte positiv und zeigte, dass sie durchaus in der Lage ist, ihr Personal gegenüber dem "Bildungsexperten" Andreas Salcher (ehemaliger Politiker der ÖVP), der alles am Schulsystem schlecht redete, zu verteidigen. Der anwesende AHS-Lehrer war klar überfordert und wurde von den anderen Diskussionsteilnehmern völlig in die Enge getrieben.
Dass Andreas Salcher die Sir Karl Popper Schule als großes Beispiel hinstellte, ist wohl mehr als unfair. Diese Eliteschule nimmt nach einem Aufnahmetest nur die besten Schüler auf. Wir in der Neuen Mittelschule müssen auch leistungsschwache und verhaltensauffällige SchülerInnen unterrichten und haben deshalb eine ganz andere Ausgangssituation.

Schluss mit Lehrerbashing
Allen Möchtegern-Bildungsexperten sei ins Stammbuch geschrieben: Wir LehrerInnen in den öffentlichen Schulen haben es einfach satt, dauernd öffentlich an den Pranger gestellt zu werden und dann auch noch mit Eliteschulen oder privaten Schulen, in denen feine Kinder von feinen Eltern die Schulbank drücken, verglichen zu werden. Es muss klar sein, das Unternehmen Schule wird nicht reformiert werden können, wenn das Personal dauernd einem Lehrerbashing ausgesetzt ist. Nur motivierte Lehrer (und reformwillige Schulpolitiker) werden Österreichs Schulsystem verbessern können.

4200 Euro brutto
Und noch etwas: Wenn behauptet wird, dass LehrerInnen in Österreich wenig arbeiten, aber viel verdienen, dann sollte man sich doch mal die Schweiz anschauen. Konkretes Beispiel: Österreichische Lehrerin, zweites Dienstjahr in einer Schweizer Berufsschule, 19 Wochenunterrichtsstunden, Gehalt 4200 Euro brutto. Siehe auch Gehältervergleich Österreich-Schweiz.

Und hier noch der Link zur ORF-Sendung --> Im Zentrum "Buhmann Lehrer"

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