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Samstag, 22. September 2012

Lehrergewerkschafter kritisiert Stemer

Stemer sorgt für Empörung
Großes Echo hat der Rücktritt von Schuldirektor Franz Wirth ausgelöst. Besonders Schullandesrat Siegi Stemer wurde heftig für seine "Intervention" kritisiert. Als Vorsitzender der Pflichtschullehrergewerkschaft wende ich mich ebenso gegen diese Vorgehensweise von Siegi Stemer.
Auch wenn Stemer behauptet, nicht interveniert zu haben, weiß doch jeder, was es bedeutet, wenn ein Landesrat die Landesschulinspektorin bittet, sich einer Sache anzunehmen. Da kommt ein Direktor mächtig unter Druck.
Die anderen Direktoren fragen sich jetzt natürlich, wann bin ich als nächster an der Reihe. Wenn dies Schule macht, muss man befürchten, dass es noch schwieriger wird, Pädagogen zu finden, die den verantwortungsvollen Job eines Leiters auf sich nehmen.

Fall in aller Kürze: Lehrerin akzeptiert Lehrfächerverteilung nicht. Ihr Vater ruft beim Schullandesrat an, der dann den LSI beauftragt, sich um die Angelegenheit zu kümmern. Der Dienststellenausschuss wurde dabei umgangen. Für den Schuldirektor Franz Wirth, der schon seit längerem mit der Schulpolitik der ÖVP nicht zufrieden ist, ist dies der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Er tritt als Leiter zurück.

Das Schulunterrichtsgesetz ist eindeutig:
Siegi Stemer sollte eigentlich das Gesetz kennen, denn es gibt eine ganz klare Regelung, wie in einem solchen Fall (Lehrperson ist mit Lehrfächerverteilung oder Stundenplan nicht einverstanden) vorgegangen werden muss. Und da ist ein Schullandesrat nicht vorgesehen.
Fakt ist: Das Schulunterrichtsgesetz sagt ganz eindeutig, dass die Schulleitung für den Stundenplan zuständig und verantwortlich ist. Wenn ein Lehrer mit einer Lehrfächerverteilung oder mit dem Stundenplan nicht einverstanden ist, hat er die Möglichkeit sich an den Dienststellenausschuss zu wenden. Der Dienststellenausschuss, der aus gewählten Personalvertretern besteht, beurteilt den Fall, versucht zuerst mit Gesprächen, das Problem aus der Welt zu schaffen. Der DA hat dann aber auch die Möglichkeit, Einspruch zu erheben. Und dann muss zwischen Dienststellenausschuss und Direktor ein Einvernehmen hergestellt werden. Ist dies nicht möglich, geht der Fall weiter zum Zentralausschuss.
Siegi Stemer hätte eigentlich den intervenierenden Vater auf diese Vorgangsweise hinweisen müssen.

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