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Mittwoch, 2. Mai 2012

Forderungen zu den Dienstrechtsverhandlungen


Endlich beginnen die Dienstrechtsverhandlungen. Es ist allerdings sehr unproduktiv und populistisch, wenn eine Landeshauptfrau LehrerInnen nur mehr 5 Wochen Ferien zugestehen will. Sie müsste wissen, dass seit 2001 das Normstundenmodell gilt. Alle PflichtschullehrerInnen müssen den Nachweis über 1776 bzw. 1736 Stunden geleisteter Arbeit erbringen.
Bei den Dienstrechtsverhandlungen sollten sich die Sozialpartner nicht nur mit den wichtigen Fragen der "Gehälter" und "Unterrichtszeit" beschäftigen, sondern ein neues Dienstrecht muss auch Fragen zur Pädagogik und Schulentwicklung in einem weiter gefassten Sinn behandeln.
Neu! Neu! Hier geht's zum überarbeiteten Forderungskatalog: --> Post aus dem Ländle

Unter anderem müssen folgende Punkte berücksichtigt werden:

1)    Schulen mit besonderen Herausforderungen: Die erhöhte Arbeitsbelastung an diesen Schulen wird mit Zulagen abzugelten sein! Eine gemeinsame Gehaltskurve mit höheren Anfangsgehältern allein bringt für PädagogInnen an solchen Schulen keine Besoldungsgerechtigkeit. „Brennpunktschulen“ müssen auch mit mehr Stundenkontingenten bedacht werden.

2)    Die Kernkompetenzen von LehrerInnen liegen in Unterricht und Erziehung. Für Administration, Betreuung, Therapie, pflegerische und medizinische Tätigkeiten wird es andere ExpertInnen geben müssen! Das dazu benötigte Geld muss zur Verfügung gestellt werden.

3)    Zwei Lehrpersonen in Volksschulklassen mit mehr als 20 Kindern, damit als Basisleistung der Volksschule die sprachlichen, sozialen und motorischen Defizite der SchülerInnen im Sinne der nachfolgenden Bildungskarriere eines jeden Kindes behoben werden können. Sonderpädagogische Fördermaßnahmen müssen nach der Bedürfnislage der Kinder durch entsprechende Ressourcen gesichert sein. Der nächste Finanzausgleich ist dementsprechend zu gestalten!

4)    Schulen sollen in Zukunft über eine pädagogisch-dienstrechtliche und eine administrative Schulleitung verfügen, da Pädagogik und Management unterschiedliche Kompetenzen bedingen. Schulleiter sind qualitativ bestens auszubilden und auf Zeit zu bestellen.

5)    Eine gleichwertige Ausbildung aller PädagogInnen (auch KindergärtnerInnen) auf Masterniveau, mit besonderem Augenmerk auf Pädagogik, Didaktik und Psychologie.

6)    Die Schlechterstellung der PflichtschullehrerInnen gegenüber den AHS-Lehrpersonen muss ein Ende finden: Gleiches Dienstrecht und gleiche Bezahlung für alle PädagogInnen der Elementarstufe, Primarstufe und Sekundarstufe I sind unabdingbar.

7)    Größtmögliche Autonomie an den Schulen sowie in den elementarpädagogischen Einrichtungen. Dabei muss bei Personalangelegenheiten auch die Personalvertretung miteinbezogen werden.

8)    Aufbauend auf einer klaren und vollständigen Tätigkeitsbeschreibung aller PädagogInnen ist die „Arbeitszeit“ neu zu definieren und zu bewerten.

9)    Die administrativen Tätigkeiten müssen zunehmend von Nicht-LehrerInnen übernommen werden. Den Schulleitungen müssen ausreichend administrative Kräfte sowie ein qualitätsvolles Management-Personal zur Verfügung stehen.

10) Die Arbeitsplatzverhältnisse müssen geändert werden, und zwar für SchülerInnen und LehrerInnen. Die Schularchitektur muss auf darauf Rücksicht nehmen. Räume für „Unterricht“ sowie für Lehrende sind völlig neu zu denken und einzurichten! Die derzeit sehr oft vorzufindenden unwürdigen Arbeitsplatz-Verhältnisse sind kurz- und mittelfristig zu ändern, wofür ein Umsetzungsplan zu erstellen ist.

11) Nur  flexible Lebensarbeitszeitmodelle werden einer aufgrund des geltenden Pensionsrechts längeren Lebensarbeitszeit gerecht werden können.

12) Ein erweiterter Kündigungsschutz wird die LehrerInnen vor äußerem Druck bei Unterrichtsgestaltung und Leistungsbeurteilung bewahren.

13) Gleiche Bezahlung aller PädagogInnen in der Sekundarstufe I, im Volksschulbereich und im Elementarbereich. Der Anfangsgehalt einer Lehrperson im Pflichtschulbereich muss kräftig angehoben werden. Bei gleichbleibender Unterrichtsstunden auf mindestens 2400 Euro pro Monat. Die Lebensverdienstsumme muss jedenfalls erhalten bleiben.

14) Mehr Unterrichtsstunden kann ich als Gewerkschafter nur dann zustimmen, wenn sie 1 zu 1 abgegolten werden. Bei einer Erhöhung der Unterrichtszeit auf beispielsweise 25 Stunden, muss der Grundgehalt auf etwa 2800 Euro angehoben werden.



Kommentare:

  1. Die Volksschule wird hier wieder einmal sehr stiefmütterlich behandelt. Nun ist aber Zeit die Volksschulen aufzuwerten. Das, was die VolksschullehrerInnen unter den momentanen Voraussetzungen leisten, ist schlichtweg unvorstellbar. Allerdings sind die Kräfte nun am Ende. Wenn nicht bald eine Volksschulreform ansteht, brechen viele gute LehrerInnen weg.
    Wir benötigen: autonome Stundenkontingente, zwei LehrerInnen in Deutsch und Mathematik der Grundstufe 1, Vorschulklassen, Teilungsstunden bei jahrgansübergreifenden Klassen. Aufwertung der VolkschullehreInnen. Dies sind nur die wichtigsten Punkte, die in der Volksschule schon längst anstehen würden.

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  2. Leider ist der Kommentar anonym verfasst worden. Allerdings hat der Schreiber vollkommen recht. Die Freien LehrerInnen vertreten schon lange die Meinung, dass die Volksschule nicht vergessen werden darf. Die zahlreichen Artikel von Bernd Dragosits fordern immer wieder mehr Ressourcen, zwei LehrerInnen in den Klassen und vieles mehr. Da unser Forderungskatalog noch nicht fertig ist, werden wir gerade was die VS betrifft weitere Forderungspunkte aufnehmen.
    Liebe Grüße Gerhard

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    1. Liebe Leute,
      es haben bereits sieben Leser ihre Kommentare hinterlassen, allerdings anonym. Ich werde sie deshalb nicht veröffentlichen. Wenn ihr euch über Google nicht anmelden möchtet, dann schreibt wenigstens am Ende eures Kommentars den Namen dazu.
      Gruß Gerhard

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  3. In der NMS Gisingen Oberau sind momentan folgende Integrationsschüler:
    5. Schulstufe: 7
    6. Schulstufe: 8
    8. Schulstufe: 2 plus 2 mit erhöhtem Förderbedarf (Autismus)

    Nächstes Jahr werden 6 dazukommen.

    Wir fordern, dass sich alle Schulen die Integrationskinder aufteilen - inkl. Gymnasien und Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht. Die aktuelle Form der Integration verdient nicht die Bezeichnung Integration.

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  4. Ich möchte klar festhalten, dass nach dem Stundenfüllhorn für die Mittelschulen nun endlich da angesetzt werden muss, wo die Basis gelegt wird: im VS und ASO Bereich!Wir brauchen dringend
    Teamteachingstunden für die Volksschulen und Sonderschulen,
    Springerkontingente,
    mehr Beratungslehrer,
    Stundenkontingente für verhaltensauffällige Kinder,
    Sofortmaßnahmen für verhaltensauffällige Kinder in Akutsituationen,
    mehr Betreuungsplätze in Carina,
    beste räumliche und lehrmittelmäßige Ausstattung.

    Dir. Bernd Dragosits, VS Wolfurt Bütze

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