Menüs

Donnerstag, 9. Februar 2012

Was passiert mit dem Unterrichtsgegenstand "Kochen"?

KollegInnen, die die Regierungsvorlage zur neuen Mittelschule gelesen haben, entdeckten überraschender-weise, dass geplant ist, das Pflichtfach Ernährung und Haushalt abzuschaffen und es nur noch als Freifach oder alternatives Wahlpflichtfach weiterzuführen.
Darüber kann man sich nur wundern: Überall wird gepredigt, wie wichtig gesunde Ernährung ist. Wir werden aufmerksam gemacht, dass viele gesundheitliche Probleme (z.B. Übergewicht, Diabetes Typ 2 bei Kindern und Jugendlichen) ihren Ursprung in der falschen Ernährung haben. Der Staat gibt Millionen für die Gesundheitsvorsorge aus. Nur im Bereich Erziehung zur gesunden Ernährung scheint sich Vater Staat zurückziehen zu wollen. Dabei sollte doch die Allgemeinbildung in Ernährung gestärkt werden. Aber gerade da ist "Kochen" mit seiner Didaktik einer angewandten Ernährungs- und VerbraucherInnenbildung dafür prädestiniert.
Die PflichtschullehrerInnengewerkschaft (GÖD) hat sich bereits in einer Stellungnahme vor Weihnachten ganz klar gegen dieses Vorhaben der Regierung ausgesprochen. Vielmehr sollte auch in der AHS-Unterstufe dieses Fach zur Pflicht werden.  Wir laufen nämlich Gefahr, dass es zu einer Verkopfung der Schule kommt. Wir brauchen weiterhin kreative Fächer.
Das letzte Wort scheint jedoch noch nicht gesprochen zu sein. Es wäre deshalb ratsam, ein Mail an folgende Personen zu schicken, mit der höflichen Bitte das Fach Ernährung und Haushalt weiterhin als Pflichtfach zu führen.

Unterrichtsministerin Dr. Claudia Schmied: Claudia.Schmied@bmukk.gv.at
Nationalratsabgeordneter Elmar Mayer: elmar.mayer@spoe.at
Landesrat Siegi Stemer: siegmund.stemer@vorarlberg.at
Werner Amon, Bildungssprecher der ÖVP: werner.amon@parlament.gv.at

Kommentare:

  1. Ich denke, es wäre wohl an der Zeit - sich zusammenzusetzen. Ich unterrichte dieses Fach und zwar mit Überzeugung. Wo bleibt die Reaktion aus meiner Berufsgruppe? Wann reagieren HlW und Tourismusfachschulen? Seit Jahren redet man über Ernährungugsfehler - hinweisend von Politikern, Fachleuten, Persönlichkeiten, Eltern... Es wurde aber noch kaum erwähnt, dass diese Aufklärung in unseren Schulen sehr wohl statt findet. Unsere Schüler kochen vor allem auch gerne! Soziale Aspekte sind dabei nicht zu vergessen!!!!
    Der Kommentar, dass auch im Gymansium EH kein Pflichtfach sei, ist für mich nicht überzeugend. Die Mittelschule sollte ja gerade mit ihrer Vielseitigkeit punkten.Gäbe es nicht andere Kürzungsmöglichkeiten? Ich denke schon!

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Maria,
    du hast vollkommen recht!!!! Die Pflichtschullehrergewerkschaft in Vorarlberg und die Personalvertretung wird dazu auch noch eine Aussendung machen. Sollte es im Bund keine Änderung dieser Vorlage geben, werden die Personalvertreter und Gewerkschafter mit Landesrat Siegi Stemer Gespräche führen, damit das Land aus eigenen Mittel Ernährung und Haushalt weiterhin ermöglicht.
    LG
    Gerhard

    AntwortenLöschen
  3. Sehr geehrter Herr Unterkofler,

    besten Dank,das Sie sich für das Pflichtfach "Ernährung und Haushalt" einsetzen, meine Lehrerkolleginnen und ich haben ja auch - Erscheinungsdatum war der Montag, 13. Februar 2012 - unsere Meinung dazu per Leserbrief in den VN kundgetan. Auch haben wir diesen an das Gesundheitsministerium übermittelt, somit hoffen wir, dass die Verantwortlichen richtig entscheiden und das Fach weiterhin Pflichtfach bleibt!
    Hier finden Sie noch unseren Leserbrief, der wie schon erwähnt, bereits am 13.2.12 zu lesen war, liebe Grüße von Verena Müller



    „Ausgekocht“?

    Dass Kinder gerne kochen, zeigt der VN-Bericht „Miniköche ließen es dampfen“ auf Seite C 10 am 9.2.2012, in derselben Ausgabe ist aber bereits auf der Titelseite die Schlagzeile „Ausgekocht? – Sparstift bedroht Pflichtschulfach Kochen“ zu lesen. Dies veranlasst uns, dazu Stellung zu nehmen:

    Das Fach „Ernährung und Haushalt“ kann und darf nicht gleichgestellt werden mit dem Begriff „Kochen“ – in diesem Fach stehen gemäß Lehrplan Gesundheitserziehung, Erziehung zum kritisch-mündigen Konsumenten, Umgang mit Werbung, soziales Lernen sowie praktische Übungen im Mittelpunkt.
    SchülerInnen lernen, Lebensmittel in Ernährungsgruppen einzuteilen, ernährungsphysiologisch zu bewerten und ihr Ernährungsverhalten zu hinterfragen. Wichtig ist das gemeinsame Tun und auch das Beisammensein bei Tisch.

    Aktuelle Kampagnen des Gesundheitsministeriums zeigen, dass Ernährungserziehung einen wichtigen Stellenwert in der heutigen Gesellschaft einnehmen sollte. Im Unterrichtsfach „Ernährung und Haushalt“ können diese konkret umgesetzt werden.

    Unser Appell richtet sich nun an Herrn Elmar Mayer sowie weitere politisch Verantwortliche, am 1. März 2012 sich mit Nachdruck dafür einzusetzen, dass dieses Fach auch in Zukunft Pflichtfach an Mittelschulen bleibt. Es kann nicht sein, dass dieses Fach zu einem „alternativen Pflichtfach“ wird und manche Mittelschulen dann, aus welchen Gründen auch immer, darauf verzichten.

    AntwortenLöschen
  4. Ja, es wäre wichtig, dass möglichst viele Lehrer/-innen, und auch Eltern zu diesem wichtigen Thema Stellung nehmen. Ich selber habe vor drei Jahren eine Zusatzausbildung gemacht und unterrichte das Fach in der Volksschule. Wenn man sieht, mit wieviel Begeisterung und Eifer die Kinder bei der Sache sind, und wieviel gesunde Ideen und Tipps sie heim zu ihren Eltern tragen, ist allein die Überlegung, dieses Fach nur noch alternativ anzubieten, komplett falsch. Wo sollen unsere Kinder all das denn lernen, wenn es in der Schule keinen Platz mehr hat?
    Ich hoffe und wünsche mir, dass der Stellenwert dieses Fachs betont wird und es als Pflichtfach bleibt.
    Renate Gerbis

    AntwortenLöschen