Menüs

Sonntag, 15. Januar 2012

Von Zucht und Ordnung

(c) Hans Lachmann
VS-Direktor Bernd Dragosits beschäftigt sich in seinem Bericht "Von Zucht und Ordnung", der in den neuesten Schulnotizen (4/2011) nachgelesen werden kann, mit der immer häufiger auftretenden Disziplinlosigkeit seitens der SchülerInnen. Die Lehrperson muss sich aber auch vermehrt mit Eltern beschäftigten, die ihren Pflichten nicht nachkommen. Dragosits zählt in aller Kürze auf, was LehrerInnen brauchen, wozu Disziplinkonflikte führen und was man unter Prävention verstehen muss. Hier nun Auszüge aus seinem Bericht.
Immer mehr Lehrpersonen beschäftigen sich mit folgenden Fragen:

  • Wie kann ich unterrichten, ohne dass mein Unterricht von einzelnen Schülern massiv gestört wird?
  • Wieso muss ich den Großteil meiner Zeit, meiner Motivation und meiner Nerven für die Betreuung einzelner schwierigster Schüler aufwenden, anstatt dem großen Rest der Klasse die ihr zustehende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen?
  • Wieso dürfen Eltern Hausübungen und das Nachholen versäumter Pflichten einfach ignorieren, erzieherische Maßnahmen torpedieren und Lehrpersonen beschimpfen?

Was brauchen die Lehrpersonen?
  • Stundenkontingente für Teamteaching, Integration, Kleingruppenunterricht, ... Die neue Mittelschule hat solche Kontingente erhalten und kann vermehrt Teamteaching etc. anbieten. Warum die Volksschulen und Sonderschulen keine Stundenkontingente bekommen, konnte/wollte mir bis dato noch niemand erklären.
  • Mehr Stunden für aktive, begleitende Schulsozialarbeit und mehr Betreuungsplätze in der Carina, um die langen Wartezeiten zu verkürzen. Hier hapert es noch gewaltig!
  • Politiker, die sich trauen, ihren MitarbeiterInnen den Rücken zu stärken und nicht jedem externen Experten das Wort bzw. dem Stammtisch nach dem Mund reden. Ausnahmen auf Landesebene bestätigen die Regel! Auf Bundesebene kommt einem da oft das kalte Grausen. MinisterInnen und selbsternannte Bildungsexperten in den diversen Parteien, viele großspurige Buchautoren und Zeitungskolumnisten sowie abgehobene Experten, die keine Ahnung von den Realitäten des Schulalltags haben - eine Woche als Lehrperson in einer städtischen VMS Klasse, einer Vorschulklasse oder einer 1. Volksschulklasse und ihnen würde das Theoretisieren schnell vergehen!
Disziplinkonflikte sind sehr wohl ein Thema!
  • Disziplinkonflikte belasten uns Lehrpersonen persönlich massiv. Einmal mehr, einmal weniger - von Standort zu Standort verschieden.
  • Disziplinkonflikte verhindern nur zu oft, dass eine große Mehrheit der Schüler die ihr zustehende Aufmkersamkeit durch die Lehrperson bekommt.
  • Verhaltensauffällige Schüler fallen aufgrund mangelnder Ressourcen durch den Rost, durchlaufen zig Stationen und müssen für viel Geld später "jobfit" gemacht werden. Daher Prävention!
  • Last but not least: Wenn man sich die steigenden Belastungen für die Lehrpersonen und die vermehrt auftretenden Burn-out Fälle (gerade in den letzten Wochen und Monaten) anschaut, müssten bei allen verantwortungsbewussten Schulpolitikern die Alarmglocken löäuten. Daher Prävention!
Was bedeutet Prävention in diesem Zusammenhang?
  • eine wertschätzenden Umgang mit uns Lehrpesonen auf der politischen Ebene
  • Stundenkontingente in VS und ASO vor allem für Teamteaching, Integration, Kleingruppenunterricht
  • mehr SchulsozialarbeiterInnen
  • mehr Betreuungsplätze in der Carina
  • bessere Arbeitsbedingungen in den Klassen (Gruppenräume, Lernlandschaften)
  • angemessene Lehrerarbeitsplätze

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen