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Donnerstag, 24. November 2011

Ein Schlag in die Gesichter der LehrerInnen

(c) BMF/Schneider
Die Äußerungen der ÖVP-Finanzministerin Maria Fekter, wonach Lehrpersonen exorbitant hohe Gehälter erhalten, zeugt vom Realitätsverlust dieser Ministerin. Eine solch ungeheuerliche Aussage kann nur bedeuten, dass Fekter keine Ahnung von den LehrerInnengehälter hat. Der Anfangsgehalt der PflichtschullehrerInnen beträgt nämlich exakt 1963,70 Euro brutto. Aber die Ministerin legt noch nach und möchte die zukünftigen LehrerInnen sechs Stunden mehr in der Klasse unterrichten lassen, wobei nur vier Stunden abgegolten werden sollen.
Diese Unverfrorenheit haben die österreichischen LehrerInnen einfach nicht verdient. Als Vorsitzender der Vorarlberger Pflichtschullehrergewerkschaft kann es zu diesem Vorhaben nur ein klares Nein von meiner Seite geben.

Schweiz als Vorbild
Ich wende mich nicht grundsätzlich gegen eine höhere Lehrverpflichtung, doch diese zusätzlichen Stunden müssen selbstverständlich abgegolten werden. Falls sich Fekter bei der Lehrverpflichtung ein Beispiel an der Schweiz nehmen wollte, sollte sie sich aber auch die Lehrergehälter der Eidgenossen genauer anschauen. (Siehe dazu auch "Gehältervergleich Österreich-Schweiz".)
Bei einer Realisierung von Fekters Wünschen würde sich die Verdienstsituation verglichen mit der Schweiz weiter verschlechtern und als Konsequenz Lehrpersonen aus dem Ländle vermehrt den Schritt über die Grenze wagen. Damit wird sich aber der Lehrermangel in Vorarlberg noch verstärken. Ich kann nur wiederholt darauf hinweisen, dass jetzt schon eine österreichische Lehrerperson im Monat 520 Euro mehr verdienen müsste, würde man ihr den gleichen Lebensstandard zubilligen wie ihn die Schweizer LehrerInnen genießen. Solche Äußerungen der ÖVP-Finanzministerin werden sich einmal mehr negativ auf die Motivation der LehrerInnen auswirken. Wann wird endlich begriffen, dass eine gute Schule nur mit motivierten Lehrpersonen möglich ist?

Eine Stellungnahme des Vorsitzenden der FSG-Pflichtschullehrer Thomas Bulant finden Sie hier: Fekter lässt die Maske fallen

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