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Mittwoch, 21. September 2011

Mittwochsinfo: Zeitkonto, eine Möglichkeit früher in Pension zu gehen

Seit dem Schuljahr 2009/2010 haben LehrerInnen die Möglichkeit ihre Mehrdienstleistungen (Überstunden) zur Gänze oder teilweise in einem Zeitkonto anzusparen. Dieses Zeitkonto kann dann ab dem 50. Lebensjahr zur Verringerung der Lehrverpflichtung von 50 % bis maximal 100 % verwendet werden. Damit ist unter anderem die Möglichkeit gegeben, früher in "Pension" zu gehen.

Das Zeitkonto gilt sowohl für pragmatisierte LehrerInnen als auch für VertragslehrerInnen. Kirchlich bestellten Religionslehrern und IIL Vertragslehrern steht diese Möglichkeit nicht offen.

Ansparphase:
Wichtig: Die Erklärung ist für jedes Schuljahr bis 30. September abzugeben und ist unwiderruflich. Ein Formular für diese Erklärung kann unter www.freielehrer.at oder bei www.vobs.at heruntergeladen werden.
Am Ende jedes Ansparjahres erhält man von der Schulbehörde die genaue Anzahl der angesparten Stunden.

Verbrauchsphase:
Wer die angesparten Stunden konsumieren will, hat einen Antrag bis 1. März des vorausgehenden Schuljahres zu stellen. Mit der Verwendung der angesparten Stunden kann erst dann begonnen werden, wenn man das 50. Lebensjahr vollendet hat.
Mit den Stunden des Zeitkontos kann die Lehrerin / der Lehrer faktisch früher in "Pension" gehen und das ohne Pensionskürzung.
Die hier angeführten Beispiele zeigen, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, die angesparten Stunden zu verwenden.

Beispiele der Verwendung:
  • Eine HS-Lehrerin spart jedes Jahr 3 MDL-Stunden an, in sieben Jahren ergibt das 21 Stunden. Das ist 1 Jahr Freistellung. Sie hätte allerdings auch die Möglichkeit ihre Lehrverpflichtung für zwei Jahre zu halbieren bei vollem Gehalt.
  • Ein VS-Lehrer spart 11 Jahre je 2 MDL-Stunden an, das ergibt ebenfalls 1 Jahr Freistellung.
  • Hat ein Lehrer zwei Jahre angespart, kann er mit 63 Jahren in Pension gehen ohne Abschlag. Ein Lehrer, der die Korridorregelung benutzt und damit mit 62 Jahren in Pension geht, kann durch diese zwei Jahre Ansparung bereits mit 60 Jahren mit Unterrichten aufhören.
  • Hat ein Lehrer ein Jahr angespart, kann er diese Stunden auch für ein freies Jahr, das nicht unbedingt vor der Pensionierung ist, verwenden. Die Zustimmung der Behörde wird dabei von der Lehrersituation (Lehrermangel) abhängen.
  • Es besteht auch die Möglichkeit, für zwei Jahre eine halbe Lehrverpflichtung zu nehmen und das Zeitkonto in der Höhe eines Jahres dort einzusetzen. (= 2 Jahre lang halber Gehalt, ohne dabei unterrichten zu müssen.)

Nicht verbrauchte Ansparstunden
Angesparte Stunden, die - aus welchem Grund auch immer - nicht durch Freistellung verbraucht werden können, werden ausbezahlt. Die Vergütung erfolgt dabei auf Grundlage der besoldungsrechtlichen Stellung zum Zeitpunkt der Antragstellung, des Ausscheidens oder der Überstellung. Für die Berechnung der Nachzahlung wird also die Gehaltsstufe im Monat der Antragstellung herangezogen. Die Vergütung ist dabei nicht an die Vollendung des 50. Lebensjahres geknüpft und die Antragstellung ist an keinen Termin geknüpft.

Für weitere Informationen stehen die Personalvertreter der Freien LehrerInnen gerne zur Verfügung:

Armin Roßbacher (Vorsitzender des Zentralausschusses)
Tel. 0664 62 55 819
Gerhard Unterkofler (Vorsitzender der Pflichtschullehrergewerkschaft) Tel. 0664 73 71 97 92

(Alle Angaben ohne Gewähr.)

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