Menüs

Sonntag, 17. Juli 2011

Otto Habsburgs Einstellung zur Weltpolitik

Es scheint sich eine Habsburg-Nostalgie breit zu machen. Nicht nur der ehemaligen Kaiserin Zita  wurde ein Beinahe-Staatsbegräbnis gegeben, sondern jetzt auch noch ihrem Sohn Otto Habsburg. Nur sehr selten findet man in den Medien kritische Worte über den Möchtegern-Kaiser, der im letzten Jahrhundert wöchentlich in zahlreichen Zeitungen seinen haarsträubenden Unsinn zum Besten gab. Zu seinem 75. Geburtstag (1987) hatte ich in mehreren Magazinen über diese schriftlichen Ergüsse geschrieben. Als Kontrast zu seiner Verherrlichung in den Medien habe ich diese Berichte nun gekürzt und werde sie in drei Teilen auf diesen Blog stellen.

Teil eins: Otto und die Neger

Manche Äußerungen Habsburgs haben - vorsichtig ausgedrückt - eine rassistische Tendenz. So schrieb der Möchtegernkaiser, dass "auf Schwarze nun einmal sogar Brutalität eine gewaltige Anziehungskraft" ausübt. Dann wieder sind Schwarze "primitiv", haben "keine Arbeitsmoral" und müssen deshalb von uns Weißen zu dieser erzogen werden, weil ja Reichtum nicht von jenem geschaffen wird, "der lieber in der Sonne liegt und Früchte von wild wachsenden Bäumen pflückt".
Verständlich, wenn Habsburg den Kolonialismus als positiv bewertete, weil "ohne die Europäer wäre die Situation in den meisten Staaten der 3. Welt ebenso primitiv, wie vor tausend Jahren", ohne uns würden die Araber "weiter auf Kamelen reiten und von Datteln leben" und "die Neger im Urwald wohnen".


Wunderbarer Kolonialismus
Otto ist überzeugt: "Von Ausbeutung durch die Kolonialmächte keine Spur. Nur verträumte Romantiker und wirtschaftliche Analphabeten glauben noch an die Theorie der Ausbeutung." Der europäische Kolonialismus sei deshalb auch in positivem Lichte zu sehen: Habsburg schrieb von "bewundernswerten Leistungen in Übersee", von der "Liebenswürdigkeit" der Portugiesen, die ihre Länder mit viel "Freiheit und Toleranz" regierten.
Fazit: Die Europäer haben ihr Wissen "selbstlos in die Welt hinaus getragen" - wo heute Unwissenheit noch eine Plage ist, "sind es in der Regel Gegenden, in denen die Europäer nur kurze Zeit waren". Insofern ist es geradezu bedauerlich, dass die Zeit des Kolonialismus nicht länger dauerte, denn "dass die Weißen nicht alles über Nacht machen konnten, ist klar". 
Ein Beweis für die menschenfreundliche Behandlung der Eingeborenen durch uns Weiße sieht Otto Habsburg in Mahatma Ghandi, der nämlich nur deshalb gegen die Engländer Erfolg gehabt habe, weil die Briten äußerst humane Kolonialherren gewesen seien.


UNO und barbarische Siegestänze
Die UNO - für Otto Habsburg ein rotes Tuch - wurde in seinen Berichten immer wieder kritisiert. Realistisch gesehen müsse man nämlich anerkennen,  "dass diese Organisation gefährlich ist", meinte er. Schuld daran tragen die vielen Entwicklungsländer, die "offensichtlich noch tief der primitiven Barbarei verbunden" sind und "das Faustrecht des Dschungels wieder einführen wollen". In der UN-Generalversamlung sieht Habsburg vorwiegend "primitive Stammeshäuptlinge" und "Dorftyrannen" agieren, die "barbarische Siegestänze" aufführen.

Die wahren Rassisten sind die Schwarzen
Als Rassisten bezeichnet Otto Habsburg weniger Leute wie Le Pen - das sei "maßlos übertrieben" -, nein, die wahren Rassisten seien die Schwarzen selbst: "Das hat die Kandidatur des Pastors Jackson in Amerika gezeigt. Alle Neger haben für ihn gestimmt, weil er schwarz ist. Das ist eindeutig Rassismus." Und überhaupt: Nur ein blinder Ideologe könne leugnen, dass die meisten Neger noch nicht "auf der Stufe der Weißen stehen". Bewundernswert, so Habsburg, seien der in Südafrika zum Tode verurteilte schwarze Schriftsteller Benjamin Moloise (südafrikanischer Dichter, 1982 vom Apartheidregime hingerichtet) oder Nelson Mandela keineswegs, denn was sie schreiben, ist zwar Mist, aber "unsere blutenden Herzen und komplexbeladenen alten Jungfrauen finden diese Texte bewundernswert". 


(alle Zitate sind den Vorarlberger Nachrichten entnommen)


Teil 2: Otto und das Christentum (demnächst auf diesem Blog)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen