Menüs

Sonntag, 7. November 2010

Master und Doktorat bald nur noch für die Oberschicht?

Zuerst hieß es, dass den Studenten die Kinderbeihilfe nur noch bis zum 24. Lebensjahr gewährt werde.  Dann  gab es Studentenproteste und schon wurde davon geredet, dass kleine Änderungen möglich seien. Doch interessant ist vor allem, wie Josef Pröll, seines Zeichens Finanzminister, die Abschaffung der Kinderbeihilfe für ältere Studenten  in einem ORF-Interview begründete. Zeigt dies doch das wahre Gesicht des ÖVP-Obmannes.

Für den konservativen Josef Pröll ist es natürlich nicht einsichtig, dass Studierende bis 26 Jahren Familienbeihilfe erhalten, während andere Jugendliche schon längst dem staatlichen Tropf entzogen seien und Steuern bezahlten. Schließlich sei ja mit 24 Jahren ein Abschluss mit Bachelor möglich. Wer länger die Uni besuchen wolle, solle endlich auf eigenen Füßen stehen. Ein Wunsch, den man doch an 25-Jährige haben könne. Dass Akademiker später dem Staat mehr Steuereinnahmen bescheren, wird vom ÖVP-Finanzminister verschwiegen. Laut OECD-Studie jedoch kommen die Ausgaben, die der Staat zum Beispiel für die Akademiker-Ausbildung tätigt, später doppelt so hoch in den Steuersäckel des Finanzministers zurück.
Kinder aus ärmeren Bevölkerungsschichten werden es in Zukunft beim Studieren noch schwerer haben oder sich mit dem Grundstudium Bachelor zufrieden geben müssen. Das genügt wohl auch, wird sich Pröll gedacht haben. Doktorat und Master also bald nur noch für die reiche Oberschicht? 
Ein kleines Trostpflaster für Freunde der roten Regierungspartei: Die SPÖ ist aus dieser Debatte um die Studenten besser ausgestiegen als vor einigen Jahren. Damals verteidigte  Bundeskanzler Gusenbauer die Einführung der Studiengebühren – ein Wunsch der ÖVP - auch noch und blamierte sich dabei völlig. Die SPÖ hat anscheinend daraus gelernt und diesmal den  Schwarzen die Argumentation der Kürzung der Kinderbeihilfe überlassen. Pröll nutzte es und tappte prompt ins Fettnäpfchen.  

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen