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Donnerstag, 24. Juni 2010

Garys Nadelstiche Juni 2010

Zwickts mi, i man i dram!
Große Ankündigungen finden oftmals nicht statt. So jedenfalls geschehen mit dem ÖAAB-Bildungspapier. Dieses werde die österreichische Bildungspolitik revolutionieren, meinten noch kurz zuvor großmundig die Initiatoren.
Doch was da präsentiert wurde, riss kaum jemanden vom Hocker, und die Häme der Medien über dieses „Bildungslüfterl“ folgte postwendend.

Nicht alle Vorschläge sind schlecht, wie etwa Förderkurse für Migrantenkinder, Entlastung der Lehrer von Verwaltungstätigkeiten, Professionalisierung der KindergärtnerInnen. Doch eine revolutionäre Bildungspolitik sieht anders aus und enthält vor allem zukunftsweisende Vorschläge, Ideen und auch Utopien.
Für die Hauptschule haben sich die Schwarzen was ganz Neues einfallen lassen: die Aufstiegsschule. Damit soll ein Wechsel von der Hauptschule ins Unterstufengymnasium möglich sein. Gut informierte LehrerInnen wissen, dass dies bereits jetzt schon möglich ist.


Reizwort "Gesamtschule"
Um die ÖVP mit dem Unwort „Gesamtschule“ nicht weiter zu reizen, wurden stattdessen in der Vergangenheit alle möglichen Bezeichnungen hervorgezaubert, und die SPÖ verbog dabei ihr Rückgrat mehr als ihr gut tat.
Doch der konservative Altbeton scheint langsam zu bröckeln. Die ÖVP Wissenschaftsministerin Beatrix Karl kreierte mit dem „Gymnasium für alle“ eine weitere Bezeichnung für Gesamtschule. Aber die Dinosaurier um Pröll  erkannten dieses trojanische Pferd, ließen sich nach einer Schrecksekunde auch von Karl nicht täuschen und reagierten harsch. Pröll maßregelte seine Parteifreundin öffentlich und die schwarzen Gewerkschafter Scholik und Riegler schäumten. Riegler, der angeblich alle Pflichtschullehrer vertritt, tut mit der Ablehnung der Gesamtschule uns Pflichtschullehrern einen Bärendienst. Die sozialdemokratischen Pflichtschulgewerkschafter fordern jedenfalls weiterhin die Gesamtschule.
Die Unterrichtsministerin muss sich bei dieser ÖVP schon über Fortschritte freuen, die nur mit viel gutem Willen zwischen den Zeilen herausgelesen werden können. Hauptsache die ÖVP gibt überhaupt ein bildungspolitisches Lebenszeichen, auch wenn sich die fortschrittlichen Kräfte noch nicht durchgesetzt haben.
Natürlich genügt es nicht, einfach eine Gesamtschule einzuführen und alles andere beim Alten zu belassen. Weitere Reformen stehen an: etwa die Reduktion des Unterrichtsstoffes, verpflichtende Ganztagesschulen, neue Unterrichtsmethoden, die eine Individualisierung zulassen, universitäre Ausbildung aller LehrerInnen, ein neues Besoldungs- und Dienstrecht. Gleichzeitig sollte man auch die Abschaffung der vom Staat mit Millionenbeträgen finanzierten Privatschulen andenken.

Die Vorarlberger Lehrer warten mehrheitlich auf die Abschaffung der schulischen Apartheid im Alter zwischen 10 und 15 Jahren. Man sollte ihre Geduld nicht länger strapazieren.

Endlich wieder Gewinne
Laut neuesten Nachrichten aus der Wirtschaftswelt geht es den Großbanken wie UBS, Deutsche Bank oder Barkleys dank Steuermilliarden wieder richtig gut. Milliardengewinne bereits im ersten Quartal dieses Jahres. Angesichts solch erfreulicher Zahlen wird schon über eine Erhöhung der Managergehälter zu deren „besseren Motivierung“ geredet.
Na dann, liebe KollegInnen, kann es nur noch aufwärts gehen.
Mit diesen beruhigenden Nachrichten wünsche ich Euch erholsame Ferien.

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